Ford verärgert die privaten Teams

Die Vorzeichen standen nicht gut für das 37. Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ford trat mit zwei Werks-Capri gegen die privaten Teams an. Doch nicht nur das: Mit Stommelen und Hezemans besetzte man die beiden 24-Ventiler auch mit Top-Piloten. Die Aufregung legte sich etwas, als klar wurde, daß Ford Probleme mit dem Fahrwerk, und zudem noch Zündaussetzer hatte. (Die Lucas-Zündanlage sollte später durch eine Zündanlage von Bosch ersetzt werden.)

 Mit einer 8:21 min markierte Hezemans trotzdem die Pole Position.

Stommelen, der drei Jahre zuvor als erster Fahrer mit einem Capri unter 9 Minuten gefahren war, kam, nach langer “Ford-Pause”, gut mit dem Werks-Capri zurecht. “Der Capri hat echt viel Kraft, braucht aber auch viel Einsatz, um ihn wirklich schnell zu fahren!” Stommelen stellt den Capri, 2/10 sec hinter dem Porsche von Reinhard Stenzel, auf den dritten Startplatz.

Stommelen vor Hezemans. Beinhartes Duell über die gesamte Distanz!           [Werkbild Bilstein]

Auf dem 6. Startplatz fand man einen [O-Ton Sport Auto] “schmächtig wirkenden Fernseh-Techniker” aus Bonn. Klaus Ludwig erreichte mit dem Grab-Capri eine 8:33,1 min, was von Mike Kranefuß mit einem aufmunternden Schulterklopfen bedacht wurde.

Die Sperrspitze von BMW bildeten Werner Schommers (8:32,1 min), der erstmals ein (Faltz-) BMW-Coupe um den Ring fliegen ließ, und Sigi Ogrodowzcyk, von seinen Freunden “Ogottogott” genannt.  Schommers: ”Für das Coupe braucht man am Ring schon eine ganze Menge Kraft. Kein Vergleich zu meinem Escort. Ich bin übrigens hinter Zak-Escort-Treter Hartmut Kautz hergeblasen. Mensch, das sieht kriminell aus, immer kurz vorm rausfliegen.”

Hans Heyer (Kremer-Porsche) konnte Reinhard Stenzel eine (kurze) Zeit lang folgen. Sein Kommentar: “Ich habe mir den Stenzel mal auf der Strecke angeschaut. Mensch, der langt aber bös hin!” Heyer kam auf eine 8:45,5 min.

Bemerkenswert noch der bullige Camaro, der von Brian Muir in 8:33 min um den Ring getrieben wurde.

Die Capri-Show

70.000 Zuschauer erlebten bei eisiger April-Kälte eine spannende Tourenwagenschlacht. Ohne die zahlreichen Motorradfans, die schon Tage vorher bei eisiger Kälte am Ring gezeltet hatten, und die nach der Absage des Motorrad-WM-Laufes abreisten, wären es noch erheblich mehr Fans gewesen.

Zwar war schnell klar, daß nur ein Werks-Capri hier gewinnen würde, aber Stommelen und Hezemans entschädigten die Fans mit einem, über die gesamte Distanz dauernden,  beinharten, aber fairen Duell. Die Führung wechselte mehrfach. Stommelen und Hezemans schenkten sich nichts.

Am Ende hatte Rolf Stommelen die Nase mit 2/10 sec vorn.

Brian Muir mußte bereits nach der ersten Runde mit Schaltschwierigkeiten und einer defekten Ventildeckeldichtung an die Box. Die restlichen Gegner folgten in Respektabstand, wobei Werner Schommers mit nur gut 6 Sekunden Rückstand den dritten Platz belegte. Der “schmächtige Fernseh-Techniker” belegte mit dem Grab-Capri den vierten Platz, allerdings mit gut 23 Sekunden Rückstand auf Rolf Stommelen.

Bemerkenswert: Waltraud Odenthal fuhr ihren Capri, noch vor dem Heyer-Porsche, auf den 12. Platz. Reinhard Stenzel mußte in der zweiten Runde aufgeben, da der Sitz seines Porsche Carrera gebrochen war.